Der Raja-Ampat-Archipel
Korallen und Paradiesvögel am Ende der Welt
Raja Ampat gehört zu Indonesien, liegt östlich von Sulawesi und nordwestlich von Neuguinea. Übersetzt ins Deutsche heißt Raja Ampat das Reich der 4 Könige. Gemeint sind damit die 4 großen Hauptinseln Misool, Salawati, Batanta und Waigeo. Zum Archipel gehören aber insgesamt etwa 1800 Inseln - teils hügelig und bewaldet mit paradiesischen Sandstränden, teils nackter Fels. Die vier Hauptinseln sind gebirgig mit sandiger und felsiger Küste, zumeist umgeben von kleineren Inseln. Die weiter entfernt von den vier großen liegenden kleinen Inseln bestehen oft nur aus Fels und Stein mit spärlicher Vegetation. Da sich auf diesen kleineren Inseln mit ihrem schroffen, kalkigen Untergrund kein richtiger Regenwald entwickeln kann, präsentiert er sich dafür sozusagen unter Wasser umso intensiver. Nur die großen Hauptinseln sind mit üppigem Regenwald bewachsen. Diese stellen für mich mit ihren endemischen Tier- und Pflanzenarten zukünftig weitere interessante Ziele für Expeditionsreisen dar.
Der Blick auf die Landkarte lässt erahnen, wie ungünstig erreichbar diese Region ist. Entsprechend umständlich gestaltete sich unsere Anreise: Der Nonstop-Trip dauerte über 33 Stunden bis zum nächstgelegenen Flughafen bei Sorong (West-Papua). Dort verbrachten wir eine Nacht, um am nächsten Tag mit einer Fähre nach Waisai auf der Insel Waigeo zu kommen. Von dort ging es gleich weiter mit einem gecharterten Boot zur Unterkunft auf der Insel Mansuar. Die nördliche Region Raja Ampats ist in der Regel am besten erreichbar und touristisch erschlossen. Ursprünglich beabsichtigte ich, mit meinen Reisepartnern eine Regenwald-Trekkingtour auf der Insel Waigeo zu machen. Jedoch hatten sie dann doch mehr Lust auf die Unterwasserwelt. So ließ ich mich auf einen Inselhopping-Kompromiss ein. Tauchen gefällt mir nicht, weil mich das dazu erforderliche Equipment stört. Aber auch in Ufernähe konnte ich beim Paddeln oder Schnorcheln viele bunte Fische beobachten.
Zwischen Batanta, Mansuar und Waigeo ragen zig Inselchen wie Pilze aus dem Meer, überzogen mit sattem Grün, umrandet von Lagunen und Riffen. Eine klassische Regen- und Trockenzeit gibt es nicht. An 20-30 Tagen im Monat regnet es, und das teilweise ganz ordentlich, meist nicht lange. Die Insel Mansuar ist umgeben von zahlreichen Sandbänken und Mini-Inseln, von denen manche bei Ebbe auch zu Fuß erreichbar sind. Auf weiter entfernte Inseln (>1 km) kommt man nur motorisiert. Mit einem Paddelboot ist es wegen nicht einschätzbarer Strömungsverhältnisse zu gefährlich. Man könnte aufs offene Meer treiben. Evtl. sollte noch bedacht werden, dass es auf einem, noch ursprünglichen Inselchen (ohne Strom versteht sich) schnell eintönig oder langweilig werden kann, sofern man sich weniger für die umliegende Unterwasserwelt interessiert, bzw. keine Möglichkeit besteht, sie zu erkunden.